Von der Integration zur Inklusion

Der Weg,
auf dem die Schwachen sich stärken,
ist der gleiche,
auf dem die Starken sich vervollkommnen.

Maria Montessori

Seit 1995 gab es das „Gesetz zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung in Schulen“ in NRW. Damit bestand für Kinder mit Behinderungen (z.B. Sprachbehinderung, Lernbehinderung, Körperbehinderung) neben dem Besuch einer Förderschule grundsätzlich die Möglichkeit, eine Grundschule mit gemeinsamem Lernen zu besuchen. Seit 1998 ist der Grundschulverbund Diepenbrock an beiden Standorten (zunächst als Diepenbrockschule und Pestalozzischule, seit dem Jahr 2008 Grundschulverbund) Schwerpunktschule für den Gemeinsamen Unterricht.

Seit dem Inkrafttreten des so genannten 9. Schulrechtsänderungsgesetzes hat sich mit die Bezeichnung unserer Arbeit geändert in Schwerpunktschule für Gemeinsames Lernen. Wir können mittlerweile nicht nur auf eine langjährige Erfahrung zurückgreifen, sondern sind auch eine der landesweit größten und anerkannten Schwerpunktschulen. Über den Kreis Borken hinaus geben wir als Hospitationsschule in Absprache mit dem Schulamt für den Kreis Borken und der Bezirksregierung Münster anderen Schulen die Gelegenheit, sich über die Möglichkeiten der Entwicklung des Gemeinsamen Lernens zu informieren und Anregungen für Ihre Arbeit mitzunehmen. Wir lassen uns regelmäßig bei den Hospitationen eine Rückmeldung über unsere Arbeit geben. Die Zusammenstellung der Rückmeldungen jener Lehrkräfte, die uns im Schuljahr 13/14 besucht haben, finden Sie [hier].

Diese erfolgreiche Arbeit setzen wir nun fort in dem Bemühen, nicht allein Kinder mit Beeinträchtigungen vielfältigster Art zu integrieren, sondern aus unserer Schule einen Ort zu machen, wo jeder mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen angenommen und gefördert wird. Das gilt ausdrücklich auch für die Kinder, die ein besonderes Begabungspotenzial mitbringen. Und diesen Ansatz nennt man Inklusion.


Seit 2009 ist die UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auch für Deutschland verbindlich. Am 1. Dezember 2010 hat der Landtag NRW den Beschluss gefasst, diese Konvention zur Inklusion in der Schule umzusetzen. Damit ist aus der Möglichkeit ein Recht geworden, das schrittweise verwirklicht werden soll. Auch wir als Schule haben uns auf den Weg gemacht, alle Kinder inklusiv zu beschulen.
Zusammen mit nicht behinderten Kindern erhalten Kinder mit Behinderungen sonderpädagogische Förderung unter Berücksichtigung ihrer individuellen Voraussetzungen und besonderen Bedürfnisse. Die Kinder werden in einer Klasse von Förderschullehrer/innen und Grundschullehrer/innen gemeinsam unterrichtet. Diese Förderung hat sich als positiv für alle Kinder – auch die leistungsstärkeren – erwiesen.

Vom Schuljahr 2010/11 bis zum Schuljahr 2013/14 war der Kreis Borken Kompetenzregion sonderpädagogische Förderung und der Grundschulverbund Diepenbrock Netzwerkschule im Kompetenzzentrum Bocholt-Rhede-Isselburg. Hierdurch wurde zusätzlich eine präventive (= vorbeugende) Förderung von Kindern, die Lernschwierigkeiten und damit erhöhten Förderbedarf haben, möglich. Inzwischen werden alle Kinder mit unterschiedlich intensiv ausgeprägten Förderbedarfen im Rahmen der Möglichkeiten der Schule im gemeinsamen Lernen gefördert.

Zurzeit arbeiten acht Sonderschullehrkräfte fest im System und zwei externe Lehrkräfte zeitweise. Ihre Stunden werden zum großen Teil in Form von Teamunterricht eingesetzt (Förderschullehrkraft und Grundschullehrkraft arbeiten gemeinsam im Unterricht der Klasse). Wo es notwendig ist, werden mit diesen Zeitressourcen aber auch besondere Fördermaßnahmen in Kleingruppen und manchmal sogar in Einzelförderung durchgeführt. In allen Fällen stimmen sich Grundschullehrkraft und der/die Förderschulpädagoge/in miteinander in ihrer Arbeit ab.

An unserer Schule gibt es an beiden Standorten in jeder Klasse Kinder mit sonderpädagogischem und /oder erhöhtem Förderbedarf in unterschiedlicher Zahl. Die materielle Ausstattung der Klassen ist auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt: Es gibt spezielle Lehrbücher, Lernspiele und Übungsmaterial zur Förderung der Konzentration, Wahrnehmung und Motorik. Wir fördern damit auch die Grundlagen für erfolgreiches Lernen in der Schule. Die Freiarbeit nach den pädagogischen Prinzipien Maria Montessoris bietet in besonderem Maße die Chance einer individuellen Förderung und gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht behinderten Kindern. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an die Klassenlehrerin Ihres Kindes.

Allgemeine, grundlegende und vertiefende Informationen finden Sie auf der Internetseite des Schulamtes für den Kreis Borken (www.schulamt-borken.de) und auf der Internetseite des Schulministeriums (www.schulministerium.nrw.de).