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Das Lernen unterstützen

Wenn Sie als Besucherin oder Besucher durch das Gebäude gehen, werden Sie sich vielleicht die Frage stellen: "Wie kommen die Kinder mit dem Gewusel zurecht? Ist das nicht viel zu kompliziert?" Vor allem Eltern, die selber als Kind nicht die Erfahrungen mit den Vorteilen jahrgangsgemischten Arbeitens machen durften, haben da manchmal Bedenken. Die Kinder unserer Schule können Ihnen viele dieser Bedenken nehmen, wenn Sie sich z.B. das ganz "normale" Arbeiten von Kindern ansehen, die erst wenige Wochen als Erstklässler in der Schule sind und gemeinsam mit Zweitklässlern an ihren Aufgaben sitzen. Auch dieses können Sie in zwei "geschlossenen" Besuchergruppen ansehen. Dabei arbeiten die Kinder an alltäglichen Aufgaben aus dem Katalog der Freiarbeits-Aufgaben - dazu gleich mehr.

Wir versuchen, in der Bereitstellung des Materials, mit dem die Kinder im Unterricht arbeiten, Hilfestellungen durch das Material selbst zu geben. Wir bereiten die Lernumgebung sorgfältig vor - daher sprechen wir als Montessori-Schule auch von der 'vorbereiteten Umgebung'. Hier wird das Material so präsentiert, dass die Kinder möglichst selbstständig an den Aufgaben arbeiten können. Dies geschieht im Umgang mit den Materialien. Auch für Außenstehende ist dies am Beispiel der Darstellung großen Zahlen mit Hilfe des Materials nachzuvollziehen - nehmen wir einmal als Beispiel die Zahl 5667:

Dieser kleine Rollwagen enthält für unseren "Mathematiker" alles was er braucht, um diese Zahl darzustellen. In der obersten Ebene sind die großen "Tausender-Würfel" zu sehen. Sie veranschaulichen die Größe der Zahl, indem sie an jeder Seite 10 x 10 - also 100 Punkte zeigen. (Und wenn wie auf diesem Würfel nicht alle Punkte mehr zu sehen sind, macht das für die Kinder keinen Unterschied. Sie können daran aber sehen, dieses Material wird täglich und das seit vielen Jahren gebraucht).

Genauso enthält der Wagen Hunderter-Plättchen, Zehner-Streifen und einzelne Perlen für die Einer.  Zu diesem Material gibt es dann auch ein Brett mit Rand (damit nichts runterfällt) und eine Box mit Aufgabenkärtchen. Das Kind ist also nicht darauf angewiesen, dass die Lehrerin kommt und die nächste Aufgabenstellung sagt. Es kann seine Ergebnisse selbstständig materialgeleitet erarbeiten und dann in sein Heft eintragen - es ist ja nicht so, als würde hier nicht mehr geschrieben!

Sie wollten doch sicher die Zahl 5667 sehen - hier ist sie:

 Ist das nicht gewaltig? Und ist es nicht gleichzeitig faszinierend zu sehen, wie man mit dem Montessori-Material abstrakte Sachverhalte wie unser Stellenwertsystem darstellen kann? Sie sehen hier: 5 Tausender, 6 Hunderter, 6 Zehner und 7 Einer. Für uns Erwachsene kein Problem mit der Vorstellung - für Kinder aber eine große gedankliche Leistung, sich die Größe einer solchen Zahl vorzustellen (und damit zu rechnen).

Und jetzt kommt für Sie vielleicht die größte Überraschung: Dies sind Fotos aus der Klasse 1-2 c. Sie sehen hier einen Zweitklässler an der Arbeit. Das zeigt eben auch, dass hier Kinder ihrem Tempo entsprechend arbeiten können - und das manchmal über das hinaus, was man als Erwachsener den Kindern so landläufig zutraut.  Förderung heißt für uns eben auch, die leistungsstärkeren Kinder genauso zu fördern, wie wir dies bei Kindern mit Unterstützungsbedarf tun.

 

Die gleichen unterstützenden Materialien bieten wir den Kindern auch in anderen Fächern an. In vielen Fällen wirkt dies für den Beobachter möglicherweise zunächst einmal spielerisch. Für die Kinder sind dies aber Aufgaben, die ihre ganze Konzentration fordern und ihre intellektuelle Entwicklung fördern. Schauen sie sich an, wie ein Kind einen Bauernhof aufbaut. Aber eben nicht planlos, sondern nach Anweisung: "Rechts neben dem Haus steht ein Laubbaum und neben dem Baum steht die Frau." (So steht es unter anderem auf Seite 4 des Aufgabenheftchens, das Sie rechts aufgeschlagen sehen.) Wenn die Kinder dann alle Punkte der Aufgaben einer Seite abgearbeitet haben, können sie das Lösungsheft, das Sie links sehen (aufgeschlagen ist noch Seite 3 - hier wird ja nicht geschummelt) benutzen, um ihre Ergebnisse selber zu kontrollieren. Und was haben die Kinder hier trainiert? Neben dem Verständnis von Wörtern wie 'Laubbaum' - für Kinder mit Migrationshintergrund keine Selbstverständlichkeit - vor allem den Gebrauch von Präpositionen (Verhältniswörtern), die die Lage angeben. Und die Aufgabe lässt sich noch leicht variieren: Erzähle deinem Nachbarn, was wo steht....

 

 

Wenn Sie direkt auf diese Internetseiten gelangt sind, laden wir Sie herzlich ein, sich doch auch die weiteren Seiten des Grundschulverbundes anzuschauen. Klicken Sie bitte [hier].

Ab sofort können Sie Ihr Kind auch über diese Internetseite krankmelden (gilt nur für den Hauptstandort): Willkommen >> Krankmeldung

In allen diesen Fragen im Zusammenhang mit einem Praktikum oder einer Hospitationsmöglichkeit wenden Sie sich bitte direkt an Kathrin Bennemann unter Konrektorin@gsverbund-diepenbrock.bocholt.de 

Wir begrüßen die neuen Erstklässler ganz herzlich und wünschen allen Kindern einen guten Schulstart!!