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Vom Geldausgeben

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Von den Schwierigkeiten, in Simbabwe Geld auszugeben!

Schon fast ein Jahr ist es her, seit der Sponsorenlauf stattfand und immer öfters bekomme ich als Webmasterin die Frage zu hören: Was habt ihr da in Simbabwe mit dem vielen Geld eigentlich gemacht! Bisher wissen wir nur, dass ihr einen Ausflug mitfinanziert und einen Teppich gekauft habt, aber das kann ja wohl nicht alles gewesen sein, oder?
Eine wirklich berechtigte Frage, wie ich finde, wenn sie auch manchmal etwas nervte, weil das Geldausgeben hier wirklich schwierig war!

Zuerst einmal: Noch während uns Frau Nierfeld im letzten Sommer besuchte, setzten wir uns mit Eltern, Lehrern und Lehrerinnen zusammen, um gemeinsam herauszubekommen, wofür das übrige Geld am dringendsten benötigt würde. Dabei stellte sich dann heraus, dass der wichtigste Posten der Neubau der Schulküche sein müsste, gefolgt von der Anschaffung neuer Schulbücher, eines Schulcomputers und eines Druckers, dem Kauf von Büromaterialien und von Materialien für die Kinder in den Klassen mit den körperlich und geistig behinderten Kindern und den Kindern in der Vorschule.

Das Kollegium und der Elternbeirat stellten Listen auf und nach und nach gelang es meinem Mann, eine Menge dieser Dinge zu besorgen. Es wurde außerdem zweimal die Wasserrechnung der Schule bezahlt und Schulgebühren für die zahlreichen Waisen, die es wie überall in Simbabwe auch an der Mbizo Primary School gibt. (Eine genaue Aufstellung geht an den Förderverein.)

Insgesamt konnte so bisher erst etwas weniger als die Hälfte der Spende ausgegeben werden.

Warum ist noch immer so viel Geld übrig? Brauchen die unser Geld etwa gar nicht?
DOCH - aber . . .

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teilweise sind benötigte Waren lokal gar nicht erhältlich und müssen aus dem benachbarten Botswana oder aus anderen Quellen besorgt werden. (Die entsprechenden Transportkosten wurden von uns selbst getragen, weil wir auch Dinge für den eigenen Bedarf einkauften.)Teilweise musste Zoll bezahlt werden, zwar kein nennenswerter Betrag, dafür wurden aber ca. zwei Stunden für die Abwicklung der Zahlung an der Grenze benötigt.

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speziell alles Baumaterial war extrem schwer zu beschaffen. Nur durch Beziehungen und die Zusammenarbeit mit einer großen lokalen Baufirma gelang es so überhaupt, beispielsweise Zement zu beschaffen.
Eigentlich soll die Küche auch noch außen verputzt werden, aber zurzeit ist mal wieder kein Zement erhältlich!

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die Schule bzw. die Schulleitung hat Schwierigkeiten, sich die vorhandenen Mittel vorzustellen, da bei derzeit ca. 165.000 % offizieller Hyper-Inflation ein Betrag in lokaler Währung, der im letzten Monat noch viel Geld war, im Folgemonat schon eine eher kleine Ausgabe ist. Entsprechend bescheiden oder vorsichtig werden Wünsche der Schule geäußert.
Dazu kommt, dass auch Lehrer und Lehrerinnen so unheimlich wenig verdienen, dass die Vorstellung, Beträge dieser Größenordnung ausgeben zu können, eine ziemliche Herausforderung ist.

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geplant war und ist nach wie vor, einen nennenswerten Betrag für neue Schulbücher auszugeben, da sich auch an der Mbizo Primary School viele Schülerinnen und Schüler jeweils ein (meist völlig veraltetes und zerfleddertes) Schulbuch teilen müssen. Da es in der Millionenstadt Bulawayo im Grunde keine Buchhandlung gibt und in den wenigen Läden, die in einer Ecke ein paar Bücher verkaufen, zurzeit keinerlei Schulbücher vorrätig sind, ist die Abwicklung einer solchen Bestellung aber extrem kompliziert und zusätzlich noch erschwert durch die hohe Inflation. Bisher gelang es nur für ca. 450 € Schulbücher einzukaufen, das waren ganz wenige - ein Tropfen auf den heißen Stein!

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damit die Spendengelder wegen der Inflation nicht einfach verschwinden, liegen sie weiter in Deutschland auf einem Konto und bringen dort im Gegenteil sogar noch ein paar mickrige Zinsen.
Das Problem ist nur immer, im genau richtigen Moment die genau richtige Summe ins Land zu bringen und einzutauschen, denn wenn dieser Zeitpunkt verpasst ist, ist schon wenige Tage später das Ganze nichts mehr wert!

Sie merken sicher, es ist schwierig, sich so etwas vorzustellen, wo man doch hier einfach in irgendein Geschäft gehen und sagen kann, was man möchte. Man kann sogar Preisvergleiche anstellen oder alles per Internet im Online-Shop ordern.
Nun, das geht bei uns in Simbabwe leider nicht, und so wird es noch ein wenig dauern, bis auch das restliche Geld ausgegeben sein wird.

Aber wir werden Sie auf dem Laufenden halten!

4. Juni 2008

Dies ist der neueste Stand der Dinge:

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Der Schwarz-Weiß-Laser-Drucker ist inzwischen gekauft und installiert. Ein Laser-Drucker deshalb, weil die Kartuschen dafür zwar teurer, dafür aber viel, viel ergiebiger als die der Tintenstrahldrucker sind und deshalb im Verhältnis weitaus preiswerter.
Weiter in der Planung ist eine Ersatzkartusche für den Drucker. Beim Neukauf war der Drucker nur mit einer Kartusche bestückt, die halb gefüllt war.

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Bereits bestellt aber nur teilweise bezahlt ist ein Käfig für den Computer, der aber noch nicht fertig ist und hoffentlich in Kürze ausgeliefert wird.
Dieser Käfig wird als Diebstahlsicherung dringend benötigt.

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Der erste Schwung Schulbücher ist endlich da!
Schulbücher lassen sich derzeit nur noch nach Vorauskasse direkt ab Verlag beziehen, wobei ein ganz kompliziertes Timing zu beachten ist. Wenn das Geld nicht auf den Tag genau auf dem Tisch liegt, verfällt das Angebot und die Bücher werden nicht geliefert. Das ist aus Sicht der Verlage durchaus verständlich, da wir jetzt bereits eine Inflationsrate von unvorstellbaren 2.000.000 % haben.
Das bedeutet, wenn mir der Verlag angeboten hat, ein Buch z.B. heute für 1,557 Billionen
*) ZIM-$ = umgerechnet 2,98 € zu liefern und ich zahle nicht pünktlich, sondern gebe ihm den Betrag erst 7 Tag später, so sind das dann zwar immer noch 1,557 Billionen*) ZIM-$, aber die sind nun plötzlich umgerechnet nur noch 1,73 € wert.
Unglaublich, oder?
*) gemeint sind hier simbabwische Billionen, also deutsche Milliarden

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Von unserem Spendengeld ist auch noch einmal die aktuelle Wasserrechnung bezahlt worden, die die Schule aus den laufenden Einnahmen über die Schulgebühren nicht mehr aufbringen konnte.

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Die Schule benötigte auch dringend Glühlampen. Beim Versuch, diese zu besorgen, spendete ein lokaler Elektrogroßhändler spontan die 50 Glühbirnen für die Schule, so dass keine Ausgaben entstanden. Danke schön!

Jetzt stehen, Zinsen eingerechnet, insgesamt noch etwa immer 3660 € zur Verfügung.
Davon soll noch eine ausstehende Schulbuchbestellung gezahlt werden und auch ein weiterer Tagesausflug mit den Klassen der behinderten Kinder ist geplant. Über das, was mit dem dann noch übrigen Geld geschehen soll, wird eine erneute Konferenz entscheiden.

Wir werden Sie informieren, sobald es etwas Neues gibt.

Der neue Schulcomputer mit Laser-Drucker.

Eine Billion ist in vielen englischsprachigen Ländern übrigens dasselbe wie in Deutschland eine Milliarde!

Die Schulleitung begutachtet die neuen Schätze.

So schöne Bücher hatten die Kinder seit langem nicht mehr.

Das ist zurzeit unserer drittgrößter Geldschein.

17.Juni 2010

Es ist fast geschafft!!

Bei einem privaten Besuch in Bulawayo im Mai dieses Jahres konnten wir uns davon überzeugen,

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dass der bestellte Käfig für den Computer fertiggestellt und natürlich auch bezahlt wurde,

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weitere Schulbücher geliefert wurden

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und wie verabredet einmal die Schulgebühren für Waisen, die nicht in der Lage waren, diese zu bezahlen, aus unserem Spendentopf entrichtet wurden.

Wir stellten fest, dass noch alle Dinge an ihrem Platz waren, dass aber noch immer Bedarf an Unterstützung an der Mbizo-Grundschule besteht. So hatte es vielleicht ja doch etwas Gutes, dass noch immer Geld auf dem Spendenkonto war.

Nach einem längeren Gespräch mit der Schulleitung wurde beschlossen, einen kleineren Teil des Betrags für den alltäglichen Bedarf der Kinder und der Lehrkräfte an Büromaterial auszugeben. Sei es nun für Hefte und Stifte, große Plakatkartons für Anschauungsmaterial, Druckerpapier für den Kopierer und Matrizen (ja, so etwas gibt es noch in Simbabwe!) oder ähnliches, denn seit Anfang 2009 der simbabwische Dollar abgeschafft und durch US-Dollar, südafrikanischen Rand oder botswanische Pula ersetzt wurde, ist die Beschaffungssituation zwar leichter geworden, doch sind diese Dinge weiterhin oft  unerschwinglich teuer.
Mit dem größten Teil des Geldes wird aber eine neue Bestuhlung der Vorschulklasse finanziert, die von der örtlichen Behindertenwerkstatt der „
Jairos Jiri Association“ gebaut wird. Außerdem wird die Werkstatt aus Holzresten noch einen Satz von 500 Bauklötzen in fünf verschiedenen geometrischen Grundformen anfertigen.

Wenn diese Arbeiten fertiggestellt sind, dürfte dann auch das letzte Geld ausgegeben sein - wir halten sie auf dem Laufenden!

 

 

 

 

 

 

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Letzte Aktualisierung:

13.09.2012

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