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Kürbisse in Afrika

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Kürbisse in Afrika

 . . .

. . . genauer gesagt, hier in Zimbabwe (in Deutschland heißt das übrigen "Simbabwe" und nicht "Zimbabwe"), gibt es eigentlich das ganze Jahr über in den Geschäften und auf den Märkten zu kaufen. Große, kleine, dicke, dünne, gelbe, grüne, orangefarbene, birnen- oder eiförmige, runde oder ganz flach geformte.

Sie heißen hier auf englisch "squash" oder "pumpkin" oder "butternut" oder . . .

Die Leute essen die Kürbisse als eine Art geschmortes Gemüse zu ihrem "Sadza" (das ist ein Brei, der heute meistens aus Maismehl gekocht wird) oder auch als Suppe zubereitet.
Sicher gibt es noch viele andere Rezepte, aber ich kenne nur dieses hier. Ihr könnt es ja mal ausprobieren, es geht ganz einfach:

Butternut (Birnenkürbis) - Suppe    

Dieses Bild stammt von der Internetseite: http://de.wikipedia.org/wiki/Butternutk%C3%BCrbis

Zutaten (für 4 Personen):

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 1 mittelgroße Zwiebel

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 2 Knoblauchzehen

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 1 Porreestange

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 ca. 600 g Butternut

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 2 Kartoffeln

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 2 EL Butter

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 1 l Fleisch- oder Gemüsebrühe

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 Salz

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 frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

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 (1 Bund Dill, wenn man diesen Geschmack mag)

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 150 ml Sahne

Vorbereitung:

Zuerst die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken,
den Porree halbieren, gründlich (!) waschen und in feine Streifen schneiden.
Nun die Butternut in fünf Stücke teilen, schälen und grob würfeln.
Anschließend die zwei Kartoffeln ebenfalls schälen und würfeln.

Zubereitung:

Jetzt wird in einem größeren Topf die Butter erhitzt und darin die Zwiebelwürfel und der Knoblauch angebraten, bis sie glasig sind.
Danach fügt man die gewürfelte Butternut, die Kartoffeln und den Porree hinzu und übergießt alles mit der Brühe. Wenn die Brühe noch ungewürzt ist, muss man jetzt auf jeden Fall noch Salz und vielleicht etwas Pfeffer hinzufügen.

Die Suppe muss nun ungefähr 30 Minuten bei mittlerer Hitze vor sich hin köcheln.

In dieser Zeit kann man den Dill waschen und fein hacken, wenn man möchte.

Ob die Suppe fertig ist, merkt man daran, dass die Zutaten weich geworden sind.
Nun kann man sie "abschmecken". Das bedeutet, man probiert, ob noch Gewürze fehlen, und gibt, wenn nötig, noch etwas Salz oder Pfeffer dazu.

Anschließend wird die Suppe mit einem elektrischen Rührstab püriert.

Ganz zum Schluss fügt man noch die Sahne und den fein geschnittenen Dill hinzu.

Einmal kurz aufkochen und fertig ist die Butternut-Suppe. Köstlich!

 

Ihr seht, das Rezept ist wirklich nicht schwer nachzukochen.
Trotzdem gibt es nicht allzu viele Menschen hier im Land, die diese Suppe essen können.
Vielleicht bekommt ihr eine Idee davon, warum das so ist, wenn ihr lest, was die Zutaten für die Suppe kosten und was ich sonst noch dazu geschrieben habe.

Anmerkung: Bevor ihr jetzt weiter lest, solltet ihr wissen, dass die folgenden Zahlenbeispiele alle schon nicht mehr gelten.
Ich habe ja in den Jahren von 2006 bis 2009 dort gelebt und in dieser Zeit hat es ein wüstes Durcheinander bei der dortigen Landeswährung, dem simbabwischen Dollar, gegeben.
In der Zeit sind von der simbabwischen Währung mehrmals Nullen gestrichen worden und dann durch die riesige Inflation ganz schnell wieder angehängt worden, sodass ich mit meiner Berichterstattung gar nicht mehr nachgekommen bin.
Der größte Schein, der am Schluss gedruckt worden sein soll, soll ein 100 Trillionen-Schein gewesen sein. Ich habe allerdings selbst nur einen 10 Trillionen-Schein in der Hand gehabt *):

Und April 2009 hat die Regierung das simbabwische Geld ganz abgeschafft. Wann es wieder eingeführt wird, weiß keiner. Jetzt kann man nur noch mit ausländischen Währungen bezahlen, also mit US-Dollar, mit südafrikanischen Rand, mit britischen Pfund, mit botwanischen Pula und sogar mit Euro! Am beliebtesten sind allerdings Dollar, Rand und Pula. Das ist schon sehr seltsam, aber seither steigen die Preise nicht mehr täglich an und das ist eine große Erleichterung.

Wie es vorher war, könnt ihr sehen, wenn ihr das Folgende lest:

 

 

ungefährer Preis
Dezember 2006

ungefährer Preis
Mai 2007

ungefährer Preis
12. April 2008

Kommentar

1 mittelgroße Zwiebel

150 ZIM$

2.000 ZIM$

10.000.000 ZIM$

Bis auf den Porree gibt es diese Zutaten fast immer zu kaufen und selbst der ist oft erhältlich.

2 Zehen Knoblauch

20 ZIM$

 250 ZIM$

2.000.000 ZIM$

1 Porreestange

150 ZIM$

2.000 ZIM$

4.000.000 ZIM$

600 g Butternut

600 ZIM$

5.000 ZIM$

33.000.000 ZIM$

2 große Kartoffeln

500 ZIM$

6.000 ZIM$

50.000.000 ZIM$

2 EL Butter

200 ZIM$

12.000 ZIM$

20.000.000 ZIM$

Butter ist sehr teuer und es gab oft keine zu kaufen. Und wenn es welche gab, schmeckte sie manchmal nicht so gut, weil sie nicht richtig gekühlt werden konnte, weil der Strom so oft ausfiel. Aber man kann ja auch Margarine nehmen.
(Die war allerdings leider auch nicht immer erhältlich!)

1 l Fleisch- oder Gemüsebrühe

0 ZIM$

0 ZIM$

0 ZIM$

Tja, um Fleischbrühe zu machen, müsste man erst mal Fleisch haben!
Ich habe hier keinen Preis angegeben, weil ich einfach angenommen habe, dass man Gemüsebrühe nimmt und die kostet fast nichts, weil sie wie von allein entsteht, immer wenn man Gemüse kocht.

Salz

5 ZIM$

70 ZIM$

100.000 ZIM$

 

schwarzer Pfeffer

5 ZIM$

70 ZIM$

100.000 ZIM$

 

1 Bund Dill

0 ZIM$

   0 ZIM$

0 ZIM$

Dill und auch andere Kräuter gibt es selten zu kaufen, denn sie verwelken bei der Hitze zu schnell. Wer einen Garten hat, versucht sich selbst Kräuter zu ziehen.
Auch ärmere Leute bauen oft vor ihren Mietshäusern Gemüse an, allerdings meist eher Kohl und Kürbis. Das könnt ihr weiter unten sehen.

150 ml Sahne

950 ZIM$

11.000 ZIM$

45.000.000 ZIM$

Sahne war oft wochenlang in keinem Laden zu bekommen und wenn, dann irrsinnig teuer.

 

Ich hatte deshalb das Datum zu den Preisen geschrieben, weil sich die Dinge hier jeden Tag verteuerten, denn in Zimbabwe herrschte eine so genannte Inflation. Das bedeutet, dass manche Waren von einer Woche zur anderen teilweise doppelt so teuer wurden.
Leider wurden die Löhne der Menschen nicht genauso schnell erhöht, sodass sie unheimlich gut rechnen können mussten, wenn ihr Geld für alles Notwendige ausreichen sollte.

Diese Art von Inflation gibt es jetzt nun nicht mehr, aber weil überall in unterschiedlichen Währungen bezahlt wird, herrscht ein ziemliches Durcheinander bei den Preisen und man muss unheimlich aufpassen, dass man nicht übers Ohr gehauen wird.
Denn stellt euch mal vor, ihr wollt ein Brot kaufen, das in dem einen Laden 7 Rand kostet, in dem anderen 0,90 US-Dollar.
Da müsst ihr erst einmal wissen, zu welchem Kurs das Geld gerade getauscht wird,
dann müsst ihr umrechnen
und erst dann könnt ihr wissen, wo das Brot billiger ist!
Ganz schön kompliziert, oder?

Und weil die Löhne der meisten Menschen noch immer extrem niedrig sind, bin ICH der Meinung, selbst der größte Rechenkünstler kann es kaum schaffen, alles zu beschaffen, was wichtig und notwendig ist.
Ein Gärtner, z. B., bekommt jetzt 600 - 700 Rand im Monat, wenn er gut verdient (das sind umgerechnet 50 - 60 €).
Wenn man dann bedenkt, dass eine einfache Fahrt mit dem Minibus bereits 5 Rand kostete (umsteigen darf man da nicht, das kostet noch mal dasselbe und zurück muss man ja auch noch fahren!), dass man für jedes Kind dreimal im Jahr Schulgeld von mindestens ca. 1500 Rand  bezahlen muss, dass die Kinder Schuluniformen tragen (allein die Grundausstattung kostet so ungefähr  500 Rand - Schuhe sind da nicht dabei!), dann muss ich mich doch fragen, wovon er denn dann noch das Mealie Meal (Maismehl) für sein Sadza kaufen soll.

Hier seht ihr ein Mietshaus, vor dem Mais angebaut wurde.
Für Rechenkünstler unter euch gibt es hier noch ein paar Anregungen Die Lösungen findet ihr, wenn ihr auf das Wort "Lösung", hinter der jeweiligen Rechenaufgabe klickt (aber bitte nicht schummeln!):
  1. Wie viel kostete die Butternut-Suppe in ZIM-Dollar?
    a) im Dezember 2006 (Lösung)
    b) im Mai 2007 (Lösung)
    c) am 12. April 2008 (Lösung)
  1. Wie viel sind das umgerechnet in Euro?
    a) 1 ZIM-Dollar = 0,003 Euro (offizieller Tausch-Kurs / Dezember 2006)  (Lösung)
    b) 1 ZIM-Dollar = 0,000.4 Euro (inoffizieller Tausch-Kurs / Dezember 2006)  (Lösung)
    c) 1 ZIM-Dollar = 0,003 Euro (offizieller Tausch-Kurs / Mai 2007)  (Lösung)
    d) 1 ZIM-Dollar = 0,000.03 Euro (inoffizieller Tausch-Kurs / Mai 2007)  (Lösung)
    e) 1 ZIM-Dollar = 0,000.02 Euro (offizieller Tausch-Kurs / 12. April 2008)  (Lösung)
    f) 1 ZIM-Dollar = 0,000.000.001 Euro (inoffizieller Tausch-Kurs / 12. April 2008)  (Lösung)
     

  1. Mealie Meal (Maismehl) ist oft in Säcken mit 10 kg abgepackt. Für 4 große Portionen Sadza benötigt man 300 g Mealie Meal.
    Wie oft kann man von dem Sack Mehl Sadza kochen?
    (Lösung)
*) 4. Hier ist noch eine Aufgabe:
        Zählt einmal die Nullen auf dem Geldschein oben auf dem Foto
        Fällt euch etwa auf?
        In Deutschland würde auf dem Geldschein nicht nur "Euro" stehen, sondern noch etwas wäre anders!
        Wer weiß es?
        (Lösung)
 
. . . Vielleicht habt ihr ja selbst noch eigene Ideen?

 

Aber man kann Kürbisse natürlich nicht nur essen.

Zimbabwe ist berühmt für ein Instrument, das bei uns oft "Daumenklavier" genannt wird, das in Wirklichkeit aber "Mbira" heißt und das man, wenn man den Klang verstärken, das heißt lauter machen möchte, in einen ausgehöhlten und getrockneten halben Kürbis setzt, wie ihr unten sehen könnt.

(Die Fotos stammen übrigens wieder von Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Mbira

Auf der Seite http://de.wikipedia.org/wiki/Mbira gibt es noch mehr über die Mbira zu erfahren, es ist aber nicht gerade einfach zu verstehen!)

Und noch ein berühmtes Instrument gibt es, das zur Verstärkung Kürbisse benutzt: die "Marimba", auch "Marimbafon" genannt. Moderne Marimbas verwenden dazu Metallröhren, aber hier in Zimbabwe werden noch immer hauptsächlich Kürbisse genommen.
Wie ihr auf dem Foto unten sehen könnt, hat das Instrument - ähnlich wie ein Xylophon - Holzplättchen, die mit Klöppeln angeschlagen werden.
Kurze, schmale Plättchen und kleine Kürbisse darunter erzeugen vergleichsweise hohe und leisere Töne. Lange, breite Hölzer mit großen Kürbissen bewirken tiefe, laut dröhnende Klänge, wovon ich mich noch letzte Woche bei einem Konzert überzeugen konnte.

 

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Letzte Aktualisierung:

13.09.2012

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